SEGOR-electronics GmbH, Berlin-Charlottenburg
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Leitungsfinder Leitungen finden ohne Berührung! Zauberei? Nein-unser zweiteiliger Leitungsfinder MS6812 kann genau das: Leitungen ohne Beschädigung der Isolierungen identifizieren, zuordnen und Unterbrechungen in geschlossenen Leitungen finden, gar zentimetergenau lokalisieren! Klingt nach Hogwarts, ist aber "Muggeltechnik": Ein hoher Ton wird in das zu prüfende, spannungsfreie Kabel durch einen "Sender" eingespeist und mit einem Handgerät ("Empfänger") akustisch verfolgt. Durch die hohe Sensitivität des Empfängers klappt das auch über einige cm durch die Luft, somit auch durch allfällige Isolationsschichten hindurch! Sogar durch dickere Putzschichten!

Sender und Empfänger kommen in einer schwarzen Kunstgewebetasche mit Reißverschluß daher MS6812 :

Leitungsfinder

Nicht im Lieferumfang enthalten, aber benötigt werden 2 Stück 9V-Blockbatterien . Bei längerer Nichtbenutzung diese am besten aus den Geräten entfernen, um Schäden durch auslaufende Zellen zu vermeiden (Bild links). Eine (englischsprachige) Anleitung ist auch dabei, aber das Gerätepärchen erklärt sich eigentlich ganz von selbst: Am Sender ist seitlich ein 3-Stellungs-Schiebeschalter, in der Mitte ist die "AUS"-Position (Bild mittig) nach links (Stellung CONT) ist der (optische) Durchgangsprüfer aktiviert (Bild rechts).

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In jedem Falle soll und muß das geprüfte / untersuchte Leitungssystem spannungsfrei sein, insbesondere netzspannungsfrei! Das Leitungssystem sollte nach Möglichkeit von allfälligen Geräten getrennt untersucht werden (z.B: durch Abziehen von Steckverbindern, wenn möglich), Geräte und Baugruppen, die mit den Leitungen verbunden sind, sollten ausgeschaltet werden.

Verbindet man nun testweise die rote mit der schwarzen Krokoklemme, leuchtet oben eine LED "CONT" auf = Durchgang! (es piepst nicht, leuchtet nur, Bild links). Ganz einfach! Schiebt man den Schalter in die andere Extremposition (nach rechts, Stellung TONE), ist der Sende- Tongenerator an (die LED "Tone" zeigt dies an, Bild mittig). Die Krokoklemmen werden mit dem zu überprüfenden / zu verfolgenden Kabel verbunden (Bild rechts).

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Auch hier muß das geprüfte / untersuchte Leitungssystem spannungsfrei sein, insbesondere netzspannungsfrei! Das Leitungssystem sollte nach Möglichkeit von allfälligen Geräten getrennt untersucht werden (z.B: durch Abziehen von Steckverbindern, wenn möglich), Geräte und Baugruppen, die mit den Leitungen verbunden sind, sollten ausgeschaltet werden.

Der Senderausgang soll laut Hersteller gegen Spannungen bis 24 Volt geschützt sein...

Der Empfänger (Receiver) hat zur Aktivierung eine Taste, ist also nur solange an, wie diese gedrückt wird (Bild links). Hinten ist ein Kleinlautsprecher integriert, der den Senderton hörbar macht (Bild mittig). Abhängig von Entfernung und Kabeltyp kann die Lautstärke sehr verschieden ausfallen, der seiltliche Lautstärkeregler gleicht dies aus und erlaubt Kabelsuchen in einem weiten Bereich (Bild rechts).

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LeitungsfinderJe lauter man den Empfänger einstellt, desto empfindlicher ist er: Der hohe Senderton läßt sich so auf größere Entfernung noch wahrnehmen, gleichzeitig fängt der Receiver auch andere Störgeräusche wie Netzbrumm und Schaltknackser ein, das heißt, man kann mit ihm (ohne den Sender!) netzführende Leitungen unter Putz finden (der typische 50Hz-/100Hz- Netzbrumm ist dort am lautesten!)

Zur Sicherheit sollte aber trotzdem ein für diesen Zweck optimierter Leitungsfinder (Metalldetektor) eingesetzt werden.

LeitungsfinderStellt man den Empfänger leiser, ist es ruhiger im Lautsprecher, aber man muß dichter ran ans Kabel. Hat man es mit mehreren parallel laufenden Kabeln zu tun, koppelt der Sendeton kapazitiv auch mehr oder minder in die anderen Adern ein- aber die "richtige" Ader ist stets die lauteste! Man beurteilt also i.d.R. die relative "Lautheit" der verschiedenen Adern zueinander, dabei sollte der Lautstärkesteller natürlich nicht verstellt werden. Darin liegt die Stärke dieses Gerätchens: es nutzt die hervorragende Fähigkeit des menschlichen Ohres, Unterschiede in der relativen Lautstärke erkennen zu können.

Will man mehrere Adern zuordnen/ identifizieren, muß man eben nacheinander alle vorhandenen Adern durchprüfen und dann beschriften.

LeitungsfinderDie größte Empfindlichkeit hat der Empfänger vorne an der schwarzen Spitze, diese besteht aus (mittelohmig) leitendem Kunststoff. Hat man die Möglichkeit, die Spitze an das Metall des Kabels (Kupfer) zu bringen, ist der Ton sehr prägnant, damit besonders eindeutig. Endet das Kabel in einem Stecker oder einer Buchse, ist es besonders leicht! Eventuell eine Stecknadel (o.ä.) in die Buchsenlöcher einbringen.

Zur nochmaligen Verbesserung der Tonwahrnehmung und zur Schonung der Nerven der Umstehenden läßt sich an einer seitlichen 3,5mm-Klinkenbuchse ein Ohrhörer (oder Kopfhörer) anschließen, dann herrscht draußen Ruhe.

In gewissen Grenzen kann man in Audiogeräten auf diese Weise auch den Weg des Audiosignals (Sprache/ Musik/ Testton) verfolgen, um so Fehler oder defekte Bauteile im Signalweg zu finden.

LeitungsfinderHat man ein Kabel mit einer Unterbrechung irgendwo, kann man mit diesem Gerätepaar zerstörungsfrei die Stelle der Unterbrechung lokalisieren: dazu speist man den Testton an einem Ende ein und verfolgt außen durch langsames Entlangfahren am Kabel mit dem Receiver den Ton. Erreicht man die Unterbrechungsstelle, wird der Ton trotz gleichbleibender Entfernung des Empfängers zum Kabel signifikant leiser werden oder gar verstummen, durch Hin- und Herfahren kann man die Bruchstelle recht genau einkreisen und weiß nun, wo das Kabel schadhaft ist:

Wenn es geht, eventuell von beiden Enden her messen!

Klappt auch prima bei Weihnachtslichterketten und Ähnlichem, deren in Reihe geschaltete Leuchtmittel im Schadensfall typischerweise die ganze Kette dunkel werden lassen, der Leitungsfinder findet die durchgebrannten Leuchtmittel aber ganz einfach und schnell mit der eben beschriebenen Suchtechnik, ganz ohne Ausbau!

Eingeschränkt funktioniert das Ganze allerdings bei abgeschirmten NF- oder Koaxkabeln, weil deren Schirm eben das tut, was er soll, nämlich abschirmen: so ist es nur sehr eingeschränkt möglich, Unterbrechungen des oder der Innenleiter(s) unterm Schirmgeflecht zu finden. Hier können und müssen dann andere Verfahren angewendet werden (z.B. Laufzeitmessungen) Innenleiteridentifikationen klappen aber trotz Schirm ganz hervorragend.

Das Leitungsfinderset bietet auch eine (heutzutage eher kaum noch benötigte) Funktion, um analoge Telefonleitungen auf Amt, Klingeln und Besetzt zu prüfen, dafür hat er ein RJ11-Kabel neben den Krokoklemmen, die Herangehensweise für diese Tests ist der Anleitung zu entnehmen.

Interessant und lehrreich ist es auch, mit dem eingeschalteten Receiver einmal in seiner eigenen Umgebung herumzusuchen und festzustellen, welche teilweise heftigen Störpegel um manche vertrauten Geräte herum herrschen!


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